Sie kamen in den frühen Morgenstunden, als die neugeborene
Sonne noch blass über dem Horizont stand. Noch waren die Baumwipfel
der Sumpfwälder im Osten nicht mehr als schwarze Schattenrisse.
Noch lagen die Steinstufen und Mauern am westlichen
Flussufer im Dunkel. Doch ein weißgoldener Schimmer durchwob
bereits die fahle Dämmerung und zog eine gleißend helle Furt aus
Licht in das metallene Band des Ganges.
Als sie kamen, begrüßten die Hähne gerade den neu anbrechenden
Tag, ihre zugleich schrillen wie anheimelnden Weckrufe waren
Kontrapunkte zum dösigen Meckern der Ziegen in ihren Verschlägen.
Umherstreunende Hunde schlugen an, unterbrachen ihr Bellen
immer wieder mit sehnsüchtigem Winseln. Karren rumpelten über
das Pflaster der engen, sich um die Häuser schlängelnden Gassen,
und während es hinter den mit Brettern verhängten Auslagen der
Läden schon eifrig rumorte, lagen auf den Gassen in dünne Decken
gehüllte Gestalten noch im Schlaf. Beißend durchdrang der bläuliche
Rauch der Dungfeuer die milde Luft, mischte sich mit dem
Aroma von Gewürzen, Ölen und reinigendem Räucherwerk und den
Ausdünstungen von Mensch und Tier. Stimmen erklangen, Gesänge,
die vibrierenden Silben jahrtausendealter Gebete, als Benares,
auch Kashi, „die Leuchtende“ genannt, erwachte. Die heiligste und
älteste aller Städte