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CHRISTINE WESTENDORF

Liebeskind




Elsa in Maschen, am letzten Tag der Sommerferien im August 1987.

Die anderen lachten, aber als Elsa sich ihnen zuwandte, hörten sie sofort damit auf. Ein aprikosengroßer Fleck machte sich auf ihrer rechten Gesichtshälfte breit. An den Rändern war er schartig ausgefranst, seine kraterhafte, rote Oberfläche ließ Elsa immer an Pockennarben denken. Auch schien er ihr noch viel größer zu sein, als er in Wirklichkeit war. Wenn sie sich in den Fenstern irgendwelcher Häuser betrachtete, kam ihr in den Sinn, alle Menschen um sie herum hätten ihre Spiegel gegen solche ausgetauscht, die verkleinerten, beschönigten. Aber in Wahrheit stimmte das nicht, dieses Mal bedeckte nahezu ihr ganzes Gesicht. Machte nur Halt vor der kartoffelartigen Nase und der Partie darüber, mit dem unter einem Schlupflid blitzenden, katzengrünen Auge. Zum Abschied schaute Elsa noch einmal verächtlich zu ihnen hinüber, jetzt lachte auch sie, ein Krächzen kam aus ihrem Mund.
Das hier war also das Ende. Schon morgen wäre sie ...

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