Mein Vater köpft den Weihnachtsbaum. "So geht er einfacher durch die Tür", höre ich ihn sagen. Papa versteht Weihnachten einfach nicht. Ich schon. Ich starre auf die Lücke, die der Baum im Wohnzimmer hinterlässt, und vermisse Weihnachten schon jetzt. Die bunten Kugeln am Baum, der Duft der Tannennadeln, die Kerzen und wenn ich von Kerzen rede, meine ich echte Kerzen. Die aus Wachs, die nach Honig duften und manchmal die Bude abbrennen. Kinderromantik eben.
Warum ist Weihnachten nur immer so schnell vorbei? Mit dem ersten Advent geht es los, wenn sich das erste Törchen im Adventskalender öffnet und die Schokolade auf den Teppich runter fällt. Der Countdown läuft und Stück für Stück landet die Schokolade auf dem Boden. In jedem Kinderzimmer. Überall. Wir Kinder sind vorausschauend, denn wir öffnen die Törchen schon früher, als wir eigentlich sollten. So wird die Wartezeit bis Weihnachten kürzer, die Tage verfliegen, doch irgendwann ist der Adventskalender leer und Weihnachten noch in weiter Ferne. Weitere Probleme tauchen auf. Tagelang plage ich mich, überlege mir, was ich zum Fest geschenkt bekommen werde. Geld ist nie schlecht, denn Geld ist die Universalwährung für Geschenke, die man sich selbst macht und die sind meist die Besten. Wie oft habe ich mich schon gefragt, ob ich wohl ein Fremder für meine Familie und Freunde bin, denn sie schenken mir immer das Falsche. Dabei ist Schenken so einfach. Man muss nur Geld aus dem Geldbeutel nehmen und in buntes Geschenkpapier einpacken. Fertig. Geldgeschenke sind einfach cool.