Jason war aufgestanden und blickte Carol entgegen. Wie jedes Mal, wenn er sie sah, begann sein Gesicht zu strahlen - oder kam ihr das nur so vor, weil sie selbst Mühe hatte die Erregung zu verbergen, die sie stets in seiner Anwesenheit befiel? Wie von einem magneten angezogen, kam er auf sie zu. Seine Mutter bleib dagegen in ihrem Sessel neben dem Kamin sitzen und blickte nicht einmal auf.
"Hallo", begrüßte Jason sie, und Carol erwiderte seinen Gruß mit einem freundlichen Lächeln. "Darf ich Ihnen meine Mutter vorstellen?"
Erführte sie zum Sessel. Carol registrierte erstaunt die alte Frau, die darin Platz genommen hatte. Ihr dünnes Haar war offensichtlich ohne jedes Bemühen, etwas ähnliches wie eine Frisur zustande zu bringen, halblang geschnitten, und fiel ihr in feinen hellen Strähnen über die Ohren. Die gleiche Nachlässigkeit spiegelte sich auch in der Wahl ihrer Kleidung wider. Eine dunkelgraue Strickjacke, an der ein loser Knopf an einem langen Faden baumelte, hing wie ein formloser Sack an ihrem zerbrechlichen Körper. Das Gleiche galt für ihre braune Stoffhose. Alles an ihr war faltig, nicht nur die Kleidung, sondern auch die Haut, die so wettergegerbt und ausgetrocknet war, dass Carol Elsie Golden weit über siebzig schätzte. Jason musste demnach ein Nachzügler sein, rechnete Carol, denn er war, wie sie wusste, erst um die dreißig. Oder sah die Frau nur älter aus als sie war?
Jason stellt sie einander vor. "Meine Mutter, Elsie Golden. Carol König. Das bedeutet King, nicht wahr, vorausgesetzt, ich habe es richtig im Lexikon nachgeschlagen."
Die alte, winzige Frau, die mit gebeugtem Rücken und eng aneinander gepressten Beinen direkt auf dem Sesselrand hockte, blieb sitzen und reichte Carol mit einer langsamen und fast abweisenden Bewegung die Hand. Sie sagte nichts und blickte auch nur einmal kurz auf. Carol hatte das Gefühl, überhaupt nicht von ihr beachtet zu werden...