PROLOG
Aufbruch aus der vertrauten Fremde
Ich wartete jetzt schon seit zwei Tagen und Nächten auf der Olson Pier. Die American Dream hätte gestern ablegen sollen, aber immer wieder kamen Ansagen aus den Lautsprechern, die blechern eine Verzögerung durchgaben. Die Erklärungen dafür blieben unverständlich, weil akustische Probleme die Sprache in scheppernde Wortfetzen verwandelten, die den Zusammenhang bestenfalls erahnen ließen. Einmal hieß es, die American Dream würde noch diese Nacht um null Uhr dreißig ablegen, dann wurde von morgen früh um sechs geredet und schließlich auch das widerrufen. Alles könne sich noch ändern, hieß es, man solle sich auf jeden Fall bereithalten und sich nicht zu weit vom Anleger entfernen. Letzteres musste nicht betont werden, weil kaum einem der Wartenden in den Sinn gekommen wäre, sich, wenn auch nur für Stunden, noch einmal nach Manhattan zu wagen.
Aus der Richtung der Skyline wehte ein Geruch des Verfalls. Nach dem unrühmlichen Abriss der ehemaligen Börse und anderer Gebäude der Wall Street, hatten die New Order Evangelisten gestern einmal wieder eines der einst so stolzen Wahrzeichen der siechenden Metropole gesprengt. Die Staubwolke des einstürzenden Wolkenkratzers ...