In diesem Moment konnte Martin erstmals einen Blick auf ihr Gesicht erhaschen. Es war, als würde er von einem Keulenschlag getroffen.
„Gefällt dir wohl auch nicht besonders, was die Kerle dort treiben“, raunte Wilhelm von Haaren ihm zu, der die Veränderung in seinen Zügen wahrgenommen hatte.
Aber Martin hörte ihn nicht. Er hörte überhaupt nichts mehr, weder das Grölen der Kölner, noch den vergnügten Kommentar von Clementius, der aufsprang, um dem Geschehen besser folgen zu können. Martin sah nur noch das Mädchen, dessen hoffnungsloser Widerstand immer schwächer wurde.
Es war das Mädchen aus seinen Träumen!
Es gab sie. Sie war keine Traumgestalt. Martins Brustkorb drohte vom eigenen Herzschlag zu zerspringen. Wie oft schon hatten sie sich einander in seiner Vorstellung hingegeben? Und nun lag sie leibhaftig vor ihm, überwältigt und fast völlig entkleidet von einem brutalen Trunkenbold. Die blauen Augen, die kleine Nase, ihre braunen Haare und ihre kleinen, apfelförmigen Brüste – sie war es, daran gab es nicht den geringsten Zweifel.