Stärck, Mona


Foto: Bernhard Stärck

Foto: Bernhard Stärck

Mona Stärck wurde am 27. Mai 1995 in Heidelberg geboren.
Sie wuchs in dem wohl unscheinbarsten kleinen Dorf in ganz Schleswig Holstein auf. Von der Internetverbindung dort möchte sie lieber nicht sprechen, aber der Wald vor der Haustür war für ein Kind genau der richtige Ort, um mit dem Erträumen fantastischer Geschichten anzufangen. Später zog sie mit ihren Eltern nach Kiel (damals glaubte sie noch, Kiel wäre eine große Stadt), wo sie bis heute wohnt.

Mona schreibt Geschichten, seit sie schreiben kann. Sie fühlt sich zuhause in den Genres Fantasy und Mystery und liebt besonders die Gradwanderung zwischen traditionellen Märchengestalten und der Herausforderung, sich immer etwas faszinierend neues auszudenken.
Sie selbst ist eine begeisterte Leserin (wenn sie die Zeit findet) und liebt außerdem Filme – nur düster muss es sein.

Nach einer Reihe nie beendeter Geschichten, die heute noch irgendwo vergessen in einer Schublade ruhen, begann Mona im Alter von 15 Jahren mit der „Wandlerin“. Nun nimmt sich die frisch gebackene Abiturientin ein Jahr frei, um vor dem Studium nochmal richtig viel zu schreiben.
lovelybooks_follow
 

 

Die Wandlerin (eBook)

Jahrhundertelang schwelt der Konflikt zwischen Menschen, Drachen und dem geflügelten Volk der Talkoon. Doch im Gegensatz zum greisen Oberhaupt der Menschen erkennt die Talkoon Königin Larima die Gefahr, die vom Sohn des Drachenkönigs ausgeht, der nun alt genug und bereit ist, das Feuer des Krieges zu entfachen. Um ihr Volk zu schützen, setzt die Königin auf die magischen Fähigkeiten der jungen Wandlerin Mella, auch wenn diese kaum gelernt hat, das mächtige Drachenaugen Juwel zu beherrschen, was es ihr ermöglicht, ihre Gestalt zu wandeln. Mella, aufgewachsen bei den Menschen, geboren als Talkoon und im Herzen verbunden mit den Drachen, fühlt mit allen Wesen des Reiches und ist daher bereit in Larimas Sinn zu handeln.

Mehr zum Inhalt…

 

DSC_0020.NEFInterview mit Mona Stärck

•    Mona, Du hast mit 15 Jahren angefangen, den Fantasyroman „Die Wandlerin“ zu schreiben. Wie ist es dazu gekommen? Gab es einen Anstoß oder ein Schlüsselerlebnis, mit dem Schreiben zu beginnen?
Schreiben wollte ich schon vorher, und ich war immer ein Fan des Fantasy-Genres. Aber die eigentliche Idee zu der Wandlerin kam, so klischeehaft das klingt, durch einen Traum. Einer dieser ganz skurrilen Träume, von denen man aufwacht und sich fragt: „Was war das denn jetzt?“ Am Ende habe ich mir eben eine Geschichte daraus gebastelt.

•    Warum ausgerechnet das Genre Fantasy? Was war der Auslöser hierfür? Vielleicht Harry Potter oder Herr der Ringe?
Schwer zu sagen. Eines der ersten „großen“ Bücher, die mir vorgelesen wurden, war „Der Hobbit“ von J.R.R. Tolkien. Seitdem hat mich das Genre nicht mehr losgelassen.

•    Es geht in deinem Buch „Die  Wandlerin“ um die Themen Krieg, Liebe und Vergeben. Warum hast du ausgerechnet diese Themen gewählt?
Mir ist es wichtig, über etwas zu schreiben, was alle Menschen angeht, was jeder verstehen kann. Jeder Mensch erfährt Konflikte, jeder hat ein Bedürfnis nach Harmonie. Jeder liebt irgendwen oder irgendetwas. Und diese Themen waren vor tausend Jahren genauso aktuell wie heute. Im Grunde das perfekte Futter für ein Buch.

•    Hattest du dabei einen Zweck im Hinterkopf, als du das Buch geschrieben hast? Oder ist die Geschichte „einfach so“ aus dem Stift geflossen?
Ich bilde mir nicht ein, mit meinem Geschreibe die Welt verändern zu können oder etwas ähnlich ambitioniertes. Das will ich auch gar nicht. Ich will Menschen unterhalten. Wenn dabei der eine oder andere ins Grübeln gerät, sich Gedanken macht, dann freut mich das umso mehr.

•    Im Deutschunterricht werden Texte ja immer komplett auseinander genommen und besprochen, analysiert und interpretiert. Jedem Autor wird unterstellt, sein Buch aus bestimmten Gründen, mit einer bestimmten Kritik oder Absicht geschrieben zu haben.
– Kannst du das bestätigen?
– Ist das bei dir auch so?
– Glaubst du, dass jeder Autor dem zustimmen würde, was der Deutschlehrer aus  seinem Text herausinterpretiert?
Natürlich stimmt nicht jede Interpretation mit der Meinung des Autors überein. Ich finde es trotzdem wichtig, sich so mit Texten zu befassen, gerade wenn man schreiben will. Man lernt, aufmerksamer zu lesen, das Gewicht einzelner Wörter abzuschätzen. Ich selber lege nicht in jeden Satz fünf verschiedene Bedeutungen. Aber die eine oder andere Doppeldeutigkeit baue ich eben doch ein, manchmal um etwas wichtiges im Text unterzubringen, manchmal nur aus Spaß am Wortspiel und vielleicht auch, um einen Leser auf die falsche Fährte zu locken. Außerdem habe ich natürlich meine Meinung zum Weltgeschehen, wie jeder andere Mensch auch, besonders andere Autoren. Davon findet sich meistens etwas in Büchern wieder, ganz unabhängig vom Genre.

•    Wie können wir uns das vorstellen? Du schreibst einen Text oder einen Teil des Buches und lässt ihn dann von wem als erstes lesen? Von Freunden, Eltern oder…..?
Ich schreibe ein Manuskript eigentlich immer fertig, bevor ich es jemandem zeige. Und ich bin auch die Erste, die es danach noch einmal liest, bevor ich es an einen oder zwei enge Freunde weitergebe. Das mache ich so, weil es mir ehrlich gesagt zu peinlich wäre, den allerersten Entwurf gleich herumzuzeigen.

•    Wer ist dein allergrößter Kritiker?
Das bin vermutlich ich selbst. Das ist eigentlich merkwürdig. Meine ehemaligen Lehrer können bestätigen, dass ich eigentlich kein bisschen perfektionistisch bin… außer wenn es um meine Geschichten geht.

•    Wie sehen deine Eltern das Schreiben eigentlich? Unterstützen Sie dich oder sagen sie eher „Jetzt mach mal was anständiges!“?
Mein Vater hat mich erst auf die Idee gebracht. Ich muss so um die acht Jahre alt gewesen sein und habe Bilder gemalt und dazu kleine Geschichten geschrieben (ich glaube, es ging um Meerschweinchen). Mein Vater sah, was ich da machte und sprach mich darauf an. An dem Tag erklärte er mir, dass Autoren Leute wie alle anderen auch waren – darauf wäre ich vorher nie gekommen. Seitdem wollte ich Autorin werden, und meine Eltern haben sich, denke ich, damit abgefunden. Hier und da bekommt man natürlich trotzdem Kommentare zu hören wie: „Aber du brauchst schon einen Plan B“ oder „Ach, das ist vermutlich nur eine Phase.“ Daran gewöhnt man sich aber.

•    Ist das Schreiben für dich eigentlich ein Berufswunsch? Möchtest du hauptberuflich Autorin werden, oder sagst du eher, dass das ein Hobby ist und bleibt?
Autor zu sein, ist riskant, nicht zuletzt finanziell. Es ist für mich eine Art Lebenstraum geworden, irgendwann von meinen Büchern leben zu können. Bisher halte ich das nicht für unrealistisch, auch wenn es vielleicht noch ein wenig dauern wird.

•    Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Was wirst du als nächstes tun?
Studieren, erst mal. Außerdem habe ich, was Bücher angeht, noch mehrere spannende Projekte vor mir. Abgesehen davon… Wer weiß schon, was auf einen zukommt? Ich lasse mich gerne überraschen.

•    Schreiben selber ist ja eine ziemlich einsame Angelegenheit. Hast du jemanden, der Dir dabei Gesellschaft leistet? Zum Beispiel ein Haustier oder Stofftier oder hörst du vielleicht Musik?
Musik höre ich immer beim Schreiben, meistens Filmsoundtracks oder klassische Musik. Ohne Gesang, das ist wichtig. Manchmal leistet mein Kater mir Gesellschaft, aber er läuft gerne über meine Tastatur, darum ist er nicht unbedingt hilfreich. Am liebsten schreibe ich allein. Ich kann es gar nicht haben, wenn mir jemand über die Schulter guckt.

•    Dank der sozialen Medien ist die Vernetzung heute ja zwischen Autor und Leser viel, viel besser, als zu Zeiten, bevor es das Internet gab. Hast du auf diesem Weg viel Feedback bekommen oder gab es Leute, die dich so angesprochen haben?
Direkt angesprochen wurde ich noch nicht, aber es gibt viel Feedback, dass ich sehr gespannt verfolge. Falls irgendwer da draußen sich fragt, ob ich seine Rezension zu meinem Buch gelesen habe: Die Antwort lautet ganz bestimmt „Ja!“

•    Wie können wir uns bei dir das Schreiben vorstellen? Hast du eine bestimmte Eigenart oder einen besonderen Platz, eine besondere Zeit oder eine richtige Planung, wenn du schreibst?
Ich schreibe gerne abends, ich brauche meine Musik und am liebsten eine Tasse Tee. Abgesehen davon kann ich überall schreiben, wo ich meinen Laptop und ein bisschen Privatsphäre habe. An öffentlichen Orten bin ich meistens zu abgelenkt zum Schreiben.

•    Die Schulen haben ja entschieden, dass sie Mindmaps ganz toll finden und Schüler sollen diese in sämtlichen Fächern für verschiedenste Sachen anwenden. Entwirfst du auch erst Mindmaps, bevor du schreibst? Oder wie entwirfst du die Charaktere und wie verwebst du sie?
Mindmaps entwerfe ich nur, wenn ich in einer totalen Sackgasse bin und nicht weiß, wo ich mit meiner Geschichte anfangen soll. Dann sind sie manchmal hilfreich. Ich entwickle Charaktere lieber durch Interviews, das heißt, ich setze mich hin und schreibe fragen für den Charakter auf, und dann denke ich mir, was er/sie dazu sagen würde. So kriegt man schnell ein Gefühl für die Ausdrucksweise und die Eigenschaften von ihm/ihr. Außerdem macht es irrsinnig viel Spaß. Danach plane ich mein Buch tatsächlich Kapitel für Kapitel, bevor ich mit dem Schreiben anfange.

•    Du bist ja mit der Schule fertig und arbeitest momentan „nur“ als Autorin. Wie sieht dein Alltag aus? Stehst du trotzdem um 6 Uhr auf?
Nein, ich bin der totale Langschläfer, und außerdem eine Nachteule. Das ist aber nicht schlimm, da ich ja sowieso eher abends arbeite. Tagsüber gehe ich oft spazieren, gerade dann, wenn ich in der Geschichte festhänge und nicht weiß, wie es weitergeht. An der frischen Luft kommt mir dann meistens die Lösung und am Abend kann ich weiterarbeiten.

•    Wird es eine Fortsetzung von deinem Buch „Die Wandlerin“ geben? Diejenigen, die es gelesen haben, hoffen ja sehr darauf. Und kannst du uns schon verraten, was mit Mella passieren wird?
Ja, es gibt eine Fortsetzung, an der ich im Moment arbeite. Zu viel kann ich natürlich nicht verraten, aber Mella wird sich ganz schön anstrengen müssen, wenn sie es heil bis zum Ende schaffen will. Ich habe so einiges für sie geplant.

•    Wie sah die Zusammenarbeit mit deinem Verlag editionfredebold aus? Wie ist es hierzu überhaupt gekommen? Hattest du ein Manuskript eingeschickt?
Ich habe den Verlag zum ersten Mal vor fast drei Jahren auf der Buchmesse gesehen und habe ihnen damals eine CD mit einer Leseprobe gegeben. Bald darauf haben sie sich bei mir gemeldet und seitdem arbeiten wir zusammen. Meistens geht das nur über E-Mail und Telefon, da editionfredebold in Köln sitzt und ich in Kiel.

•    Wie lange dauerte es, vom ersten Zusammensetzen mit dem Verlag bis zu Veröffentlichung des eBooks?
Wie gesagt, mein erstes Aufeinandertreffen mit dem Verlag ist fast drei Jahre her. Damals hatte ich auch nur eine sehr grobe Version der „Wandlerin“. Es gab also einiges zu tun, bis das Buch bereit war, ein eBook zu werden.

•    Wie können wir uns die Zusammenarbeit von Autor und Lektor vorstellen? Wie sieht so etwas aus?
Als erstes geht es größtenteils darum, dass Fragen geklärt werden. Ein Lektor muss wissen, was einem Autor an seinem Buch wichtig ist, und der Autor braucht solche Fragen, gerade die, die er sich selbst noch nicht gestellt hat. Erst danach geht es um Schreibtechnik. Im Fall der Wandlerin kann man sagen, dass ich damals erst anfing, das Schreiben wirklich zu lernen. Das Projekt mit einer Lektorin umzustrukturieren, war darum für mich sehr hilfreich.

•    Wie findest du das Cover? Sieht Mella in deinen Vorstellungen aus, wie die Mella auf dem Buchcover?
Nun ja, die Augenfarbe ist anders, aber was mir zu dem Zeitpunkt wichtiger war, ist die Atmosphäre des Covers, die Farbgebung und ob es als Fantasy-Buch erkennbar ist. Und da finde ich es sehr gelungen. Und im Grunde passt das Mädchen auf dem Cover auch zu Mella. Sie sieht nicht aus wie ein Prinzesschen, sie ist ausdrucksstark. Ich finde das Cover sehr gelungen.

•    Was hältst du davon, dass der Roman bisher nur als eBook veröffentlicht wurde? Ist es nicht der Traum eines Autors, das Buch in gedruckter Form in der Hand zu halten?
Natürlich wäre das toll, aber ich denke, dafür werde ich eben arbeiten müssen. Wenn die Wandlerin gut ankommt, und die nächsten Projekte auch, sehe ich hoffentlich irgendwann ein Buch von mir in einer Buchhandlung.

•    Hast du eigentlich ein literarisches Vorbild?
Schwierig, es gibt so viele gute Autoren. Der Autor, der mich am meisten beeindruckt, ist aber Derek Landy, Autor der „Skulduggery Pleasant“-Reihe. Erstens, weil der Mann ein literarisches und humoristisches Genie ist – selbst seine Twitter-Einträge sind zum Schießen. Zweitens, weil er nur Geschichten schreibt, die ihm selbst unheimlich viel Spaß machen. Das spürt man beim Lesen, und es macht seine Bücher umso besser. Und drittens: Weil er nicht nur mit seinen Charakteren spielt, sondern ebenso leicht mit seinen Lesern.

•    Wer ist für dich der größte Autor / die größte Autorin  aller Zeiten und warum?
Uff, was für eine Frage. Da sind Derek Landy, Douglas Adams, Tolkien und George R.R. Martin… vielleicht noch eher Shakespeare. Viele bekommen Angst, wenn sie nur den Namen lesen, aber das ist gar nicht nötig. Er schreibt über Themen, die immer noch aktuell sind, er schreibt intelligent, charismatisch – und immer wieder überraschend lustig.

•    Wem würdest du am allerliebsten mal begegnen?
Ich weiß nicht, ich treffe ungern meine Helden, ich starre lieber aus sicherer Entfernung. Am ehesten vielleicht David Tennant, den Schauspieler.

•    Was ist dein absolutes Lieblingsbuch? Und wie oft hast du es schon gelesen?
Ich habe Jahre lang „Per Anhalter durch die Galaxis“ überall mit mir herumgeschleppt, und ich kann nicht sagen, wie oft ich es gelesen habe. Aber ich glaube, es wurde inzwischen von der „Skulduggery Pleasant“-Reihe überholt. Die habe ich bisher nur einmal gelesen. Und bin immer noch erschüttert von dem Ende. Ein wahnsinnig gutes Buch.

•    Was rätst du jungen Schriftstellern, um ihrem Ziel, als Autor zu arbeiten, bzw. ein eigenes Buch zu verlegen, einen Schritt näher zu kommen?
Nicht aufgeben! Und nicht sauer werden, wenn ihr kritisiert werdet. Im besten Fall lernt ihr etwas daraus und könnt besser werden. Oh, und wenn ihr es einrichten könnt, besucht die Buchmesse. Da trefft ihr viele Gleichgesinnte, macht vielleicht Eindruck bei dem einen oder anderen Verlag, und habt außerdem einen tollen Tag.

Danke Mona!

Mona Stärck findet Ihr auf facebook: www.facebook.com/mona.staerck/ und auf Twitter https://twitter.com/mona_staerck